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Junge Film Union - Das Fräulein und der Vagabund

FILMDATEN

Buch: Ernst Keienburg, Rolf Meyer

Regie: Albert Benitz

Regieassistenz: Fritz Westhoff

Kamera: Arndt Von Rautenfeld

Kamera-Assistenz: Herbert Stephan

Schnitt: Martha Dübber

Ton: Friedrich Albert

Musik: Werner Eisbrenner

Darsteller: Eva-Ingborg Scholz (Regine), John Pauls-Harding (Hannes), Dietmar Schönherr (Gerhardt), Lotte Brackebusch (Gerhardts Mutter), sowie Jaester Naefe, Werner Riepel, Hardy Krüger, Lotte Klein, Georg Eilert und Erich Dunskus

Uraufführung: 01. November 1949 in Hamburg, Harvestehuder Lichtspiele; 26. Januar 1950 in Berlin-West

 

HINTERGRUND

Die Dreharbeiten zu diesem Film begannen im April 1949, nachdem Rolf Meyer bereits Ende Mai 1947 versucht hatte, ihn als ersten Film der JFU zu realisieren. Damals scheiterte das Drehbuch jedoch an der Vorzensur durch die britische Film Section, da der Film eskapistische Tendenzen aufwies und wohl auch nicht den damaligen Moralvorstellungen entsprach. Nachdem die Aufgaben der Film Section auf die „Freiwillige Selbstkontrolle der deutsche Filmwirtschaft“ (FSK) übergegangen war, wurde der Stoff jedoch von Meyer umgesetzt. An diesem Film arbeiteten, von den Drehbuchautoren Rolf Meyer und Ernst Keienburg abgesehen, vom Regisseur bis zu den Hauptdarstellern nur Nachwuchskräfte. „Das Fräulein und der Vagabund“ wird mit 350.000 DM daher zwar der billigste Film der JFU, spielt jedoch mit 110.000 DM auch das niedrigste Ergebnis in der Firmengeschichte ein. Der Film lief am 1.11.1949 an, nachdem er am 28.10.1949 die Kontrolle durch die FSK ohne Schnittauflagen passiert hatte. Verschiedene gesellschaftliche Gruppen und Institutionen beurteilten den Film jedoch anders. Die katholische Kirche riet in ihrem „Filmdienst“ vom Besuch des Films ab, die evangelische Kirche sprach sich ebenfalls gegen ihn aus und die Regierung des Saarlandes untersagte gar seine öffentliche Aufführung auf ihrem Hoheitsgebiet. Obwohl nichts daraufhinweist, dass der Film ohne diese Eingriffe ein Publikumserfolg geworden wäre, so haben sie doch zumindest dazu beigetragen, dass der Film zum grössten finanziellen Misserfolg für die JFU wurde.

 

INHALT

Die junge Hilfslehrerin Regine lebt in einem Heidedorf. Ihr Verlobter Gerhardt, der Sekretär des Kreisdirektors ist, wohnt bei seiner Mutter, einer selbstgerechten, ehrgeizigen und ordnungsliebenden Frau. Regine leidet unter der mangelnden Spontaneität und Ausgelassenheit in ihrer Beziehung zu Gerhardt. Als sie eines Tages ihre Klasse zum Unterricht in die Heide führt, begegnet sie dem Vagabunden Hannes, der Regine am darauffolgenden Sonntag mit einer „ausgeliehenen“ Kutsche abholt. Er überredet sie mit sanftem Druck zu einem Ausflug in die Heide. Regine verliebt sich im Laufe des Tages in Hannes und verbringt die Nacht mit ihm. Am nächsten Morgen trennt sie sich von Gerhardt und gibt ihre Stelle in der Schule auf, um mit Hannes zusammen sein zu können. Doch sie ist für ihn nur eine unter vielen. Als sie dies erkennt, will sie aus dem Heideort fortgehen. Gerhardts Mutter kommt auf den Bahnhof und kann Regine überzeugen, dass Gerhardt sie braucht. Der ist nämlich verschwunden und hat seiner Mutter eine beunruhigende Nachricht hinterlassen. Inzwischen ist Gerhardt jedoch Hannes begegnet, der ihm nach einer heftigen Auseinandersetzung klar macht, dass Regine eigentlich nur Gerhardt liebt. Die wird am nächsten Morgen von ihrer Schulklasse zu einem früher versprochenen Ausflug in die Heide abgeholt. In der Heide trifft Regine Gerhardt, der als „neuer Schüler“ ebenfalls dazulernen will. Hannes zieht derweil weiter.